Die 1965 in Gambia geborene Künstlerin hatte sich zunächst mit traditioneller afrikanischer Handwerkskunst (u.a. Batik-Arbeiten) beschäftigt, ehe sie im Mai 2000,  durch  biographisch-familiäre Konflikte in ihrer  islamisch geprägten Heimat bedrängt, nach Deutschland gekommen/geflohen ist. In ihrer neuen Lebenswelt in Aachen begann auf autodidaktischer Basis eine neuartige, geradezu manisch intensive Auseinandersetzung mit der  Malerei. Einer malerischen Explosion gleich begann Isha Fofana ihren lange unterdrückten Gedanken, Träumen und Empfindungen nun erstmals freien Lauf zu lassen. Farbströme ergießen sich in wellenförmigen Bewegungen, radialen Ausbrüchen oder meditativen Streifen über das Bildgeviert mal heftig bewegt, in grell-aggessiver Farbigkeit, mal dunkel verschattet in unheimliche Tiefen weisend.Doch ihre Farbräume sind nicht immer menschenleer: Schemenhafte Figurinen treten auf schwarze Silhouetten, Netz- und Gitterformen, kleine Figuren in Kästchen beschlossen, auch abbreviaturhafte farbige Symbole und Muster, die immer wieder von Erinnerungen an ihre Heimat künden.Hinter vielen Bildern Isha Fofanas verstecken sich persönliche Geschichten, Begebenheiten, Beschreibungen einer uns wenig zugänglichen Welt. Die Künstlerin wagt einen weiten Spannungsbogen künstlerisch zu verarbeiten: von der Prägung durch eine islamische Gesellschaft über das Eingebunden-Sein in alte schwarzafrikanische Traditionen (Masken, Mythen, Figurinen werden  öfters unterschwellig zu Bildthemen) bis hin zu einer neuen gestalterischen Freiheit in der völlig offenen, alle visuellen Codes erlaubenden westlichen Welt. Isha Fofana vermischt diese Polaritäten nicht zu  gefälligem „Etno-Pop"; ihre aus starkem innerem Erleben geprägten Hinwendungen zu ihren jeweiligen Sujets sind ausgesprochen autochton und originär - und darum so ungeheuer kraftvoll und modern. Faszinierend ist auch ihre instinktive aesthetische Sicherheit, in ihrem heftigen Malgestus und in ihren großen,  stark kontrastierenden Farbflächen zu einer sinnlich bewegenden Steigerung zu gelangen.Manch einer der Betrachter wird überrascht sein, da  hinter den Bildern mit ihrer fröhlichen, expressiven Leuchtkraft und ihrer animierenden Dynamik durchaus auch persönliche schmerzhafte Erfahrungen verborgen sein können. Insofern mag auch der Hinweis angebracht sein, wie stark in Isha Fofanas Bildern eine noch unverbrauchte Wirkungsweise zum Tragen kommt, wie sehr ihre Kunst sowohl für Schöpferin als auch für den Betrachter heilsame Entwicklungen in Gang zu setzen vermag.

Dr. Adam C.  Oellers

Stellv. Direktor der Aachener Museen - im Okt. 2001

 

 Ausstellungen(eine Auswahl):

 

-UNESCO Music Award to Youssou N’Dour / Senegal (2002) and Oumou Sangaré/Mali (2004) Aachen, Germany 

-Award given to Waris Dirie, (“Desert Flower”), Kerkrade, NL 

-Cultural Center „de Warande“ –Antwerp / Belgium

-“Land Art” –Hannover / Germany

-WDR (German Public TV and Radio Station) –Cologne / Germany

-"Straßen verbinden Kulturen" -Press Department German Gouvernement -Bonn/Germany

-Sheraton Hotel Brufut / The Gambia

-UNHeadquarter “Inter. Women’s Week” / Cape Point /Gambia

-EC Residence “Europe Day” / Fajara / Gambia

-Ministry of Foreign Affairs / Taipeh / Taiwan

-„Afrikanische Künstler" / Düsseldorf / Germany

-„Weltreise der Sinne II" / Bonn / Germany

-"Straßen verbinden Kulturen" / Museum for Industry / Karlstadt / Germany

-"Kunst und Religie" / Denderleeuw / Belgium

-“freedom”, Courthouse, Bonn / Germany

-„UN World Women’s Day“ -travelling exhibition 

-“Visionary Women” -Nairobi National Museum –Kenya

-“Africa Heritage Week” -UNESCO Headquarters Paris

-Gaya ART-CAFÉ  -Senegambia / The Gambia

-“Visionary women”, Ahfad-University for Women, Omdurman / Sudan

-Art Gallery, Lugoj / Romania

-“Clean Water”, “Alte Feuerwache”, Cologne / Germany

-“Kultur trifft Culture”, Caesar-Institut, Bonn / Germany

-WOHN KUNST RAUM, Galerie / Bern -Switzerland